Jugendschach

Noahs Weg zur WM in Spanien

Mit Robert, Emanuel und Noah sind gleich drei unserer Junioren bei der FIDE World U7–U17 Championships 2026 in Spanien dabei. Wir begleiten Noah auf seinem Weg dorthin und auf diesem besonderen Abenteuer, mit dem er selbst kaum gerechnet hätte. Dabei nahm seine Schachbegeisterung spätestens dann Fahrt auf, als er im Schachkurs seinen Lehrer besiegte – und bei seinem ersten Rapidturnier in Seebach gleich seine Kategorie gewann.

13. Oktober 2026
Noah beim Schachspiel

Elf Runden Schach an der spanischen Mittelmeerküste und gleich drei Seebacher dürfen dazu anreisen: Robert, Emanuel und Noah spielen vom 13. bis 21. Oktober bei der FIDE World U7–U17 Championships 2026 in Roquetas de Mar mit. Ab dem 14. Oktober wird dort um Punkte gekämpft, und bei uns dürfte während der nächsten Tage fleissig mitgefiebert werden.

Robert hat dieses Jahr bereits beim FIDE Schüler-World-Cup in Batumi Erfahrungen gesammelt; über seinen Weg nach Georgien haben wir im Juni berichtet. Für Noah war die Nachricht von der WM-Teilnahme eine freudige Überraschung. Weder er noch seine Familie hatten damit gerechnet, dass er bei einem solchen Anlass mitspielen würde. Entsprechend gross ist die Freude – und zu Recht ist Noah stolz darauf, wie weit ihn seine Begeisterung fürs Schach schon gebracht hat.

Ein erster Sieg mit Folgen

Die ersten Züge zeigte ihm Papa Ivano, als Noah fünf Jahre alt war. So richtig gepackt hat ihn das Schach allerdings erst in der Sekundarschule, wo er einen Kurs ausserhalb des normalen Unterrichts besuchte. Als er dort seinen Lehrer besiegte, wollte er es genauer wissen und fragte seine Eltern, ob er auch einmal an einem Turnier teilnehmen könne. Der Unterricht hatte also Wirkung gezeigt – vielleicht sogar etwas mehr als erwartet.

Seine Eltern fanden im Sommer ein Rapidturnier in Seebach, und Noah legte trotz seiner geringen Turniererfahrung gleich mit einem Kategoriensieg los! Dieser Erfolg gab ihm das Vertrauen, dass er mit seinem liebsten Spiel auch etwas erreichen konnte, und machte Lust auf weitere Turniere.

Mindestens so wichtig waren die Menschen, denen er dabei begegnete. Unser damaliger Präsident Andreas, der ebenfalls aus dem Tessin stammte, interessierte sich für Noahs schachlichen Weg und ermutigte ihn, einem Klub im Tessin beizutreten. So spielt Noah sehr erfolgreich in der SMM für die Swisschess Academy in Lugano, während er die SGM für Seebach bestreitet. Zudem nimmer er mit Begeisterung regelmässig an Seebacher Turnieren oder Online-Lektionen im Meisterkader teil. Dass Noah sich bei uns über die Jahre so herzlich aufgenommen fühlte, freut uns sehr.

Vorsichtig am Brett und hartnäckig bis zum Schluss

Wer Noah nach seinem Spielstil fragt, bekommt eine ehrliche Antwort: Er sieht sich als vorsichtigen Positionsspieler, dem manche auch schon eine etwas zu passive Spielweise vorgehalten haben. Am Willen, eine Partie noch zu retten, fehlt es ihm allerdings bestimmt nicht. «Ich gebe niemals auf und kämpfe bis zum Schluss», sagt er selbst.

Gerade dieser mentale Wettkampf fasziniert ihn am Schach und spornt ihn an, immer stärker zu werden. Niederlagen gehören dabei verständlicherweise nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Nach einer enttäuschenden Partie braucht er zunächst etwas Zeit, um die Emotionen zu sortieren, bevor er sich anschaut, was er hätte besser machen können. Besonders viel mitgenommen hat er aus den Qualifikationsturnieren in der Schweiz, wo er sich mit anderen talentierten Junioren aus dem ganzen Land messen konnte. Neben den schachlichen Lektionen sind ihm davon viele schöne Erinnerungen geblieben.

Zwischen Schulbüchern und Schachbrett

Im Alltag versucht Noah, neben der Schule etwa eine Stunde täglich fürs Schach zu finden, was nicht immer ganz einfach ist. Die WM bringt nun auch den Stundenplan etwas durcheinander: Sieben verpasste Schultage und vier nachzuholende Prüfungen warten auf ihn. Vor der Reise steckt er deshalb viel Zeit in die Schule und trainiert daneben so viel wie möglich. Eine völlig neue Vorbereitung hat er sich für die WM aber nicht zurechtgelegt; er geht sie ähnlich an wie andere Turniere.

Freude am Knobeln hat Noah ohnehin auch ausserhalb des Schachs. Mathematik begeistert ihn, und an verschiedenen Mathematikwettbewerben hat er ebenfalls schon teilgenommen. Bis vor Kurzem gehörte zudem Eishockey zu seinen Hobbys, doch inzwischen hat das Schach die Oberhand gewonnen. Seine Familie verrät dazu eine passende kleine Eigenheit: Noah tut sich manchmal schwer, das Haus zu verlassen – sobald es um Schach geht, ist das offenbar deutlich einfacher!

Gemeinsam nach Spanien

Auf die Partien in Spanien freut sich Noah riesig, besonders auf die Gelegenheit, gegen starke Nachwuchsspieler aus anderen Ländern anzutreten. Wie er sich gegen sie schlagen wird, möchte er am liebsten gleich am Brett herausfinden.

Mit Emanuel ist ein langjähriger Schachfreund dabei, den er seit einigen Jahren kennt und mit dem er schon mehrfach zusammen gespielt hat. Emanuels Spielstärke bewundert Noah sehr. Robert kennt er bisher noch weniger gut, doch bei einer gemeinsamen Turnierwoche wird sich bestimmt die eine oder andere Gelegenheit zum Kennenlernen ergeben.

Seine Familie wünscht ihm vor allem, dass er die Zeit geniesst, neue Erfahrungen sammelt und bei aller Freude über gute Resultate den Spass am Schach behält. Ganz ohne Hoffnung auf Siege geht es natürlich auch zu Hause nicht: Mit einem Augenzwinkern merkt die Familie an, dass bei zu vielen Niederlagen die gemeinsamen Abendessen in Gefahr seien. Wir hoffen also auf spannende Partien und möglichst entspannte Abende!

Lieber Noah, wir freuen uns mit dir über dieses Abenteuer und drücken dir, Emanuel und Robert ganz fest die Daumen. Habt eine tolle Zeit in Spanien und bringt viele schöne Erinnerungen mit nach Hause. Auf geht’s, ihr drei!

Spielplan, Resultate und Livepartien findet ihr auf der offiziellen Turnierseite.

Wir danken der Noahs Family von ganzem 💙 für die Mitarbeit bei diesem Artikel.

Bild oben: Noah voll in seinem Element.