Jugendschach
Roberts Weg zum World Cup in Georgien (Teil 1)
Für unseren Robert steht ein richtiges Highlight vor der Tür: Er spielt am FIDE Schüler-World-Cup U8/U10/U12 in Batumi, Georgien. Das Turnier findet vom 15. bis 28. Juni statt und bringt die stärksten Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler aus aller Welt zusammen. Für Robert ist es Abenteuer, Herausforderung und riesige Freude zugleich.
Nervös wirkt er deswegen aber nicht. Worauf er sich am meisten freut? Auf gute Partien. Das passt ziemlich gut zu dem jungen Seebacher, der in seinem zarten Alter so manches schon wie ein Routinier meistert.
Schach seit dem Kindergartenalter
Roberts Schachgeschichte begann früh. Mit vier Jahren zeigte ihm sein Papa Roman die Regeln, mit fünf Jahren kam er in die Schachschule zu Markus Regez. Einen einzelnen Moment, in dem plötzlich klar war, dass da ein besonderes Talent am Brett sitzt, gab es nicht. Robert sagt es ganz einfach: Schach machte ihm Spass, und er fuhr sehr gerne mit seinem Vater an Turniere.
Genau diese Freude ist bis heute geblieben. Besonders mag Robert Langzeitpartien, in denen er viele Varianten rechnen kann – am liebsten gegen starke Gegner. Also genau das, was ihn in Batumi erwarten dürfte.
Training, Spielabend und Schule unter einem Hut
Roberts Schachalltag ist gut gefüllt, aber offenbar noch angenehm machbar. Er trainiert zweimal pro Woche mit GM Sebastian Bogner und einmal pro Woche mit FM Gregor Haag. Dazu kommt am Mittwoch gerne der Spielabend in Seebach und auch im Seebacher Meisterkader mit GM Noël Studer ist er dabei.
Schule, Freizeit und Schach lassen sich im Moment gut vereinbaren. Und auch neben dem Brett ist Robert nicht allein unterwegs: Sein Vater begleitet ihn meistens an die Turniere, die ganze Familie fiebert mit. Analysiert werden die Partien dann mit den Trainern.
Schweizer Meister U10 – und Niederlagen? Schon vergessen.
Sein bisher grösster Erfolg ist der Schweizer Meistertitel U10, den er vor zwei Wochen eintüten durfte (unser Bericht). Nach der ärgerlichsten Niederlage gefragt, bleibt Robert herrlich gelassen: Die Niederlagen habe er schon vergessen. Eine gute Einstellung – gerade im Schach, wo jede Partie wieder bei Zug eins beginnt.
Die Qualifikation für den World-Cup kam sodann durch starke Resultate zustande: Im ersten Qualifikationsturnier U10 belegte Robert den 1. Platz, im zweiten Qualifikationsturnier U12 wurde er Dritter. Als klar war, dass er nach Batumi fahren darf, konnte er es zuerst kaum glauben. Die Freude war entsprechend gross.
Neues Format auf internationaler Bühne
Der Schüler-World-Cup ist Teil eines neuen FIDE-Formats für die Alterskategorien U8, U10 und U12. Das Turnier in Batumi ist eine Art Qualifikationsturnier; die Weltmeistertitel werden später in einem separaten Finalturnier vergeben.
Für die Schweiz treten in Batumi unter der Delegationsleitung von GM Michael Prusikin drei Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler an: Artem Liakh in der U12, Robert Weis in der U10 und Sahasra Aragonda in der U12.
Und danach?
Robert bleibt auch bei den Zielen unkompliziert und ehrgeizig. Was nach dem World-Cup kommen soll? Seine Antwort ist kurz und klar: Weltmeister werden natürlich 😉.
Wir drücken Robert für Batumi ganz fest die Daumen, wünschen ihm viele spannende Stellungen, starke Partien – und vor allem weiterhin so viel Freude am Schach. Auf geht's Robert!
Hintergrundinformationen der FIDE zum Turnier findet ihr hier. Teil 2 unserer Berichterstattung folgt gegen Ende des Turniers.
Bild: Robert voll konzentriert bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (Bild von Roman Weis)